​SCHUKRAFTS WUNDERTÜTE
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Jürgen Kanold, Südwest-Presse Ulm

„Caroline: Die war 37 Jahre jünger als Giacometti, verkehrte in kriminellen Kreisen, saß auch mal im Gefängnis, eine Bordsteinschwalben-Vergangenheit hatte sie wohl auch. 1958 lernten sie sich kennen: Sie wurde seine Muse, seine Geliebte, „sein Wahnsinn“. Schukrafts pointiert geschriebenes Stück („Ihm Modell zu sitzen war besser als jeder Sex“) fußt wiederum auf dieser Ausgangssituation: Die Nachlassverwalter der Fondation Giacometti spüren Caroline auf und beschuldigen sie, Objekte aus dem Atelier gestohlen zu haben; man will es jetzt museal rekonstruieren. So brechen alte Wunden auf: War Caroline einst nur die Beute des Künstlers oder wurde sie dramatisch vom Giacometti-Clan gemobbt? Ihr geht es darum, „die Überreste“ ihres Lebens zu beschützen. Oder kann sie sich endlich von der Vergangenheit lösen? Marion Weidenfeld gelingt ein starkes Frauenporträt unter der Regie Schukrafts. Und andererseits erzählt das Stück sehr viel von Giacometti.
Großer Premierenapplaus.“
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Jürgen Kanold, Südwest-Presse Ulm

„Caroline: Die war 37 Jahre jünger als Giacometti, verkehrte in kriminellen Kreisen, saß auch mal im Gefängnis, eine Bordsteinschwalben-Vergangenheit hatte sie wohl auch. 1958 lernten sie sich kennen: Sie wurde seine Muse, seine Geliebte, „sein Wahnsinn“. Schukrafts pointiert geschriebenes Stück („Ihm Modell zu sitzen war besser als jeder Sex“) fußt wiederum auf dieser Ausgangssituation: Die Nachlassverwalter der Fondation Giacometti spüren Caroline auf und beschuldigen sie, Objekte aus dem Atelier gestohlen zu haben; man will es jetzt museal rekonstruieren. So brechen alte Wunden auf: War Caroline einst nur die Beute des Künstlers oder wurde sie dramatisch vom Giacometti-Clan gemobbt? Ihr geht es darum, „die Überreste“ ihres Lebens zu beschützen. Oder kann sie sich endlich von der Vergangenheit lösen? Marion Weidenfeld gelingt ein starkes Frauenporträt unter der Regie Schukrafts. Und andererseits erzählt das Stück sehr viel von Giacometti.
Großer Premierenapplaus.“
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Jürgen Kanold, Südwest-Presse Ulm

„Caroline: Die war 37 Jahre jünger als Giacometti, verkehrte in kriminellen Kreisen, saß auch mal im Gefängnis, eine Bordsteinschwalben-Vergangenheit hatte sie wohl auch. 1958 lernten sie sich kennen: Sie wurde seine Muse, seine Geliebte, „sein Wahnsinn“. Schukrafts pointiert geschriebenes Stück („Ihm Modell zu sitzen war besser als jeder Sex“) fußt wiederum auf dieser Ausgangssituation: Die Nachlassverwalter der Fondation Giacometti spüren Caroline auf und beschuldigen sie, Objekte aus dem Atelier gestohlen zu haben; man will es jetzt museal rekonstruieren. So brechen alte Wunden auf: War Caroline einst nur die Beute des Künstlers oder wurde sie dramatisch vom Giacometti-Clan gemobbt? Ihr geht es darum, „die Überreste“ ihres Lebens zu beschützen. Oder kann sie sich endlich von der Vergangenheit lösen? Marion Weidenfeld gelingt ein starkes Frauenporträt unter der Regie Schukrafts. Und andererseits erzählt das Stück sehr viel von Giacometti.
Großer Premierenapplaus.“
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Jürgen Kanold, Südwest-Presse Ulm

„Caroline: Die war 37 Jahre jünger als Giacometti, verkehrte in kriminellen Kreisen, saß auch mal im Gefängnis, eine Bordsteinschwalben-Vergangenheit hatte sie wohl auch. 1958 lernten sie sich kennen: Sie wurde seine Muse, seine Geliebte, „sein Wahnsinn“. Schukrafts pointiert geschriebenes Stück („Ihm Modell zu sitzen war besser als jeder Sex“) fußt wiederum auf dieser Ausgangssituation: Die Nachlassverwalter der Fondation Giacometti spüren Caroline auf und beschuldigen sie, Objekte aus dem Atelier gestohlen zu haben; man will es jetzt museal rekonstruieren. So brechen alte Wunden auf: War Caroline einst nur die Beute des Künstlers oder wurde sie dramatisch vom Giacometti-Clan gemobbt? Ihr geht es darum, „die Überreste“ ihres Lebens zu beschützen. Oder kann sie sich endlich von der Vergangenheit lösen? Marion Weidenfeld gelingt ein starkes Frauenporträt unter der Regie Schukrafts. Und andererseits erzählt das Stück sehr viel von Giacometti.
Großer Premierenapplaus.“
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Jürgen Kanold, Südwest-Presse Ulm

„Caroline: Die war 37 Jahre jünger als Giacometti, verkehrte in kriminellen Kreisen, saß auch mal im Gefängnis, eine Bordsteinschwalben-Vergangenheit hatte sie wohl auch. 1958 lernten sie sich kennen: Sie wurde seine Muse, seine Geliebte, „sein Wahnsinn“. Schukrafts pointiert geschriebenes Stück („Ihm Modell zu sitzen war besser als jeder Sex“) fußt wiederum auf dieser Ausgangssituation: Die Nachlassverwalter der Fondation Giacometti spüren Caroline auf und beschuldigen sie, Objekte aus dem Atelier gestohlen zu haben; man will es jetzt museal rekonstruieren. So brechen alte Wunden auf: War Caroline einst nur die Beute des Künstlers oder wurde sie dramatisch vom Giacometti-Clan gemobbt? Ihr geht es darum, „die Überreste“ ihres Lebens zu beschützen. Oder kann sie sich endlich von der Vergangenheit lösen? Marion Weidenfeld gelingt ein starkes Frauenporträt unter der Regie Schukrafts. Und andererseits erzählt das Stück sehr viel von Giacometti.
Großer Premierenapplaus.“
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Jürgen Kanold, Südwest-Presse Ulm

„Caroline: Die war 37 Jahre jünger als Giacometti, verkehrte in kriminellen Kreisen, saß auch mal im Gefängnis, eine Bordsteinschwalben-Vergangenheit hatte sie wohl auch. 1958 lernten sie sich kennen: Sie wurde seine Muse, seine Geliebte, „sein Wahnsinn“. Schukrafts pointiert geschriebenes Stück („Ihm Modell zu sitzen war besser als jeder Sex“) fußt wiederum auf dieser Ausgangssituation: Die Nachlassverwalter der Fondation Giacometti spüren Caroline auf und beschuldigen sie, Objekte aus dem Atelier gestohlen zu haben; man will es jetzt museal rekonstruieren. So brechen alte Wunden auf: War Caroline einst nur die Beute des Künstlers oder wurde sie dramatisch vom Giacometti-Clan gemobbt? Ihr geht es darum, „die Überreste“ ihres Lebens zu beschützen. Oder kann sie sich endlich von der Vergangenheit lösen? Marion Weidenfeld gelingt ein starkes Frauenporträt unter der Regie Schukrafts. Und andererseits erzählt das Stück sehr viel von Giacometti.
Großer Premierenapplaus.“
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Jürgen Kanold, Südwest-Presse Ulm

„Caroline: Die war 37 Jahre jünger als Giacometti, verkehrte in kriminellen Kreisen, saß auch mal im Gefängnis, eine Bordsteinschwalben-Vergangenheit hatte sie wohl auch. 1958 lernten sie sich kennen: Sie wurde seine Muse, seine Geliebte, „sein Wahnsinn“. Schukrafts pointiert geschriebenes Stück („Ihm Modell zu sitzen war besser als jeder Sex“) fußt wiederum auf dieser Ausgangssituation: Die Nachlassverwalter der Fondation Giacometti spüren Caroline auf und beschuldigen sie, Objekte aus dem Atelier gestohlen zu haben; man will es jetzt museal rekonstruieren. So brechen alte Wunden auf: War Caroline einst nur die Beute des Künstlers oder wurde sie dramatisch vom Giacometti-Clan gemobbt? Ihr geht es darum, „die Überreste“ ihres Lebens zu beschützen. Oder kann sie sich endlich von der Vergangenheit lösen? Marion Weidenfeld gelingt ein starkes Frauenporträt unter der Regie Schukrafts. Und andererseits erzählt das Stück sehr viel von Giacometti.
Großer Premierenapplaus.“
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Jürgen Kanold, Südwest-Presse Ulm

„Caroline: Die war 37 Jahre jünger als Giacometti, verkehrte in kriminellen Kreisen, saß auch mal im Gefängnis, eine Bordsteinschwalben-Vergangenheit hatte sie wohl auch. 1958 lernten sie sich kennen: Sie wurde seine Muse, seine Geliebte, „sein Wahnsinn“. Schukrafts pointiert geschriebenes Stück („Ihm Modell zu sitzen war besser als jeder Sex“) fußt wiederum auf dieser Ausgangssituation: Die Nachlassverwalter der Fondation Giacometti spüren Caroline auf und beschuldigen sie, Objekte aus dem Atelier gestohlen zu haben; man will es jetzt museal rekonstruieren. So brechen alte Wunden auf: War Caroline einst nur die Beute des Künstlers oder wurde sie dramatisch vom Giacometti-Clan gemobbt? Ihr geht es darum, „die Überreste“ ihres Lebens zu beschützen. Oder kann sie sich endlich von der Vergangenheit lösen? Marion Weidenfeld gelingt ein starkes Frauenporträt unter der Regie Schukrafts. Und andererseits erzählt das Stück sehr viel von Giacometti.
Großer Premierenapplaus.“
Theaterproduktion von Wolfgang Schukraft. Aufführungen in der kunsthalle weishaupt Ulm. Premiere 16. September 2021
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Südwestpresse vom 5.10.2021

Vom Glück des Überlebens

Schauspiel Ein Riesenerfolg für Wolfgang Schukrafts Theaterstück „Ich bin Traute Mainzer“ im Kunstverein Ulm - mit einer fesselnden Celia Endlicher in der Titelrolle.
Von Christa Kanand


Sie wurde als Jüdin von den Nazis verfolgt, versteckte sich in Amsterdam, überlebte das KZ Bergen-Belsen. Filmreif ist Gertrud Mainzers außergewöhnliches Schicksal, ein politisches und historisches Zeitzeugnis, das menschlich bewegend vom Glück des Überlebens zählt.

Wolfgang Schukraft, der ehemalige Leiter der Theaterei Herrlingen, hat auf Anregung von Klaus Grosspeter das Leben der 1914 in Frankfurt geborenen Gertrud, genannt „Traute“, Mainzer zu einem Theaterstück verarbeitet. Aus den noch nicht veröffentlichten persönlichen Lebenserinnerungen der 2010 mit 96 Jahren Verstorbenen entstand der dokumentarische Zweiakter „Ich bin Traute Mainzer“ - ein Beitrag zum aktuellen Jubiläumsjahr 700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Jetzt war Premiere im Kunstverein Ulm.
Was den Rückblick auf das Leben von Mainzer, gespielt von Celia Endlicher, auszeichnet: Die Biografie und das Stück stellen nicht die Schrecken der Lager in den Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis, dass das Erlebte Mainzer an ihrem Sehnsuchtsziel New York - nach ihrem dortigen Jurastudium im hohen Alter - zu einer richtungweisenden Familienrichterin werden ließ.

Mainzer schrieb in Amerika Rechtsgeschichte, sie kämpfte für die Schwachen, verstand deren Situation. „Ich kannte Armut, Hunger, Krankheit. Ich war fünf Jahre von meinem Mann getrennt. Ich musste meine Kinder für zweieinhalb Jahre abgeben.“
Sie und die Kinder erlebten im Februar 1945 die Befreiung durch die französischen Soldaten im Rotkreuz-Lager Biberach. Wie durch ein Wunder wurde die ganze Familie 1946 auf Kuba wieder vereint. Mainzers zentrales Anliegen: die Freiheit.

Gelungene Inszenierung
Die Produktion von „Schukrafts Wundertüte“ ist sehr sehenswert - auch für ältere Schülerinnen und Schüler. Fesselnd, glaubwürdig, im Blickkontakt mit dem atemlos lauschenden Publikum verkörpert die 40-jährige Celia Endlicher, die jahrelang in der Theaterei spielte, die Titelrolle. Im klassischen Hosenanzug zwischen rotem Sitzkubus und Stühlen unter weißen Tuchbahnen (Ausstattung: Jörg Stroh-Schnell) heißt es bei Endlichers plastischen Monologen, bisweilen auch zum Lachen, quasi: Film ab für das innere Auge der Zuhörer.
In Schukrafts gelungener Inszenierung sorgt Gudrun Roth mit Einsprengseln auf dem Cello für meditative Zäsuren. Ergänzend kommt Mainzers Vater Hugo Sinzheimer (Wolfgang Schukraft), ein Rechtswissenschaftler und sozialdemokratischer Politiker, der den Ehrentitel „Vater des Arbeitsrechts“ trägt, bei Reden 1917 und 1937 in projizierten Schwarz-Weiß-Video-Einblendungen (Enno Endlicher) zu Wort. Zu Ausschnitten von Beethovens Leonoren-Ouvertüre resümiert Traute am Ende: „Und man weiß, dass nun alle Angst, alle Willkür zu Ende ist. Hören Sie? So klingt Freiheit.“ Und auf der Wand ein großes Schwarz-Weiß-Foto aus Kriegszeiten: Traute Mainzer mit Tochter und Sohn.

Die Uraufführung, die ohne Belehrung, Pathos oder Betroffenheitskalkül auskam, wurde im ausverkauften Saal des Ulmer Kunstvereins minutenlang mit Standing-Ovations gefeiert.

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Südwestpresse vom 5.10.2021

Vom Glück des Überlebens

Schauspiel Ein Riesenerfolg für Wolfgang Schukrafts Theaterstück „Ich bin Traute Mainzer“ im Kunstverein Ulm - mit einer fesselnden Celia Endlicher in der Titelrolle.
Von Christa Kanand


Sie wurde als Jüdin von den Nazis verfolgt, versteckte sich in Amsterdam, überlebte das KZ Bergen-Belsen. Filmreif ist Gertrud Mainzers außergewöhnliches Schicksal, ein politisches und historisches Zeitzeugnis, das menschlich bewegend vom Glück des Überlebens zählt.

Wolfgang Schukraft, der ehemalige Leiter der Theaterei Herrlingen, hat auf Anregung von Klaus Grosspeter das Leben der 1914 in Frankfurt geborenen Gertrud, genannt „Traute“, Mainzer zu einem Theaterstück verarbeitet. Aus den noch nicht veröffentlichten persönlichen Lebenserinnerungen der 2010 mit 96 Jahren Verstorbenen entstand der dokumentarische Zweiakter „Ich bin Traute Mainzer“ - ein Beitrag zum aktuellen Jubiläumsjahr 700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Jetzt war Premiere im Kunstverein Ulm.
Was den Rückblick auf das Leben von Mainzer, gespielt von Celia Endlicher, auszeichnet: Die Biografie und das Stück stellen nicht die Schrecken der Lager in den Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis, dass das Erlebte Mainzer an ihrem Sehnsuchtsziel New York - nach ihrem dortigen Jurastudium im hohen Alter - zu einer richtungweisenden Familienrichterin werden ließ.

Mainzer schrieb in Amerika Rechtsgeschichte, sie kämpfte für die Schwachen, verstand deren Situation. „Ich kannte Armut, Hunger, Krankheit. Ich war fünf Jahre von meinem Mann getrennt. Ich musste meine Kinder für zweieinhalb Jahre abgeben.“
Sie und die Kinder erlebten im Februar 1945 die Befreiung durch die französischen Soldaten im Rotkreuz-Lager Biberach. Wie durch ein Wunder wurde die ganze Familie 1946 auf Kuba wieder vereint. Mainzers zentrales Anliegen: die Freiheit.

Gelungene Inszenierung
Die Produktion von „Schukrafts Wundertüte“ ist sehr sehenswert - auch für ältere Schülerinnen und Schüler. Fesselnd, glaubwürdig, im Blickkontakt mit dem atemlos lauschenden Publikum verkörpert die 40-jährige Celia Endlicher, die jahrelang in der Theaterei spielte, die Titelrolle. Im klassischen Hosenanzug zwischen rotem Sitzkubus und Stühlen unter weißen Tuchbahnen (Ausstattung: Jörg Stroh-Schnell) heißt es bei Endlichers plastischen Monologen, bisweilen auch zum Lachen, quasi: Film ab für das innere Auge der Zuhörer.
In Schukrafts gelungener Inszenierung sorgt Gudrun Roth mit Einsprengseln auf dem Cello für meditative Zäsuren. Ergänzend kommt Mainzers Vater Hugo Sinzheimer (Wolfgang Schukraft), ein Rechtswissenschaftler und sozialdemokratischer Politiker, der den Ehrentitel „Vater des Arbeitsrechts“ trägt, bei Reden 1917 und 1937 in projizierten Schwarz-Weiß-Video-Einblendungen (Enno Endlicher) zu Wort. Zu Ausschnitten von Beethovens Leonoren-Ouvertüre resümiert Traute am Ende: „Und man weiß, dass nun alle Angst, alle Willkür zu Ende ist. Hören Sie? So klingt Freiheit.“ Und auf der Wand ein großes Schwarz-Weiß-Foto aus Kriegszeiten: Traute Mainzer mit Tochter und Sohn.

Die Uraufführung, die ohne Belehrung, Pathos oder Betroffenheitskalkül auskam, wurde im ausverkauften Saal des Ulmer Kunstvereins minutenlang mit Standing-Ovations gefeiert.

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Südwestpresse vom 5.10.2021

Vom Glück des Überlebens

Schauspiel Ein Riesenerfolg für Wolfgang Schukrafts Theaterstück „Ich bin Traute Mainzer“ im Kunstverein Ulm - mit einer fesselnden Celia Endlicher in der Titelrolle.
Von Christa Kanand


Sie wurde als Jüdin von den Nazis verfolgt, versteckte sich in Amsterdam, überlebte das KZ Bergen-Belsen. Filmreif ist Gertrud Mainzers außergewöhnliches Schicksal, ein politisches und historisches Zeitzeugnis, das menschlich bewegend vom Glück des Überlebens zählt.

Wolfgang Schukraft, der ehemalige Leiter der Theaterei Herrlingen, hat auf Anregung von Klaus Grosspeter das Leben der 1914 in Frankfurt geborenen Gertrud, genannt „Traute“, Mainzer zu einem Theaterstück verarbeitet. Aus den noch nicht veröffentlichten persönlichen Lebenserinnerungen der 2010 mit 96 Jahren Verstorbenen entstand der dokumentarische Zweiakter „Ich bin Traute Mainzer“ - ein Beitrag zum aktuellen Jubiläumsjahr 700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Jetzt war Premiere im Kunstverein Ulm.
Was den Rückblick auf das Leben von Mainzer, gespielt von Celia Endlicher, auszeichnet: Die Biografie und das Stück stellen nicht die Schrecken der Lager in den Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis, dass das Erlebte Mainzer an ihrem Sehnsuchtsziel New York - nach ihrem dortigen Jurastudium im hohen Alter - zu einer richtungweisenden Familienrichterin werden ließ.

Mainzer schrieb in Amerika Rechtsgeschichte, sie kämpfte für die Schwachen, verstand deren Situation. „Ich kannte Armut, Hunger, Krankheit. Ich war fünf Jahre von meinem Mann getrennt. Ich musste meine Kinder für zweieinhalb Jahre abgeben.“
Sie und die Kinder erlebten im Februar 1945 die Befreiung durch die französischen Soldaten im Rotkreuz-Lager Biberach. Wie durch ein Wunder wurde die ganze Familie 1946 auf Kuba wieder vereint. Mainzers zentrales Anliegen: die Freiheit.

Gelungene Inszenierung
Die Produktion von „Schukrafts Wundertüte“ ist sehr sehenswert - auch für ältere Schülerinnen und Schüler. Fesselnd, glaubwürdig, im Blickkontakt mit dem atemlos lauschenden Publikum verkörpert die 40-jährige Celia Endlicher, die jahrelang in der Theaterei spielte, die Titelrolle. Im klassischen Hosenanzug zwischen rotem Sitzkubus und Stühlen unter weißen Tuchbahnen (Ausstattung: Jörg Stroh-Schnell) heißt es bei Endlichers plastischen Monologen, bisweilen auch zum Lachen, quasi: Film ab für das innere Auge der Zuhörer.
In Schukrafts gelungener Inszenierung sorgt Gudrun Roth mit Einsprengseln auf dem Cello für meditative Zäsuren. Ergänzend kommt Mainzers Vater Hugo Sinzheimer (Wolfgang Schukraft), ein Rechtswissenschaftler und sozialdemokratischer Politiker, der den Ehrentitel „Vater des Arbeitsrechts“ trägt, bei Reden 1917 und 1937 in projizierten Schwarz-Weiß-Video-Einblendungen (Enno Endlicher) zu Wort. Zu Ausschnitten von Beethovens Leonoren-Ouvertüre resümiert Traute am Ende: „Und man weiß, dass nun alle Angst, alle Willkür zu Ende ist. Hören Sie? So klingt Freiheit.“ Und auf der Wand ein großes Schwarz-Weiß-Foto aus Kriegszeiten: Traute Mainzer mit Tochter und Sohn.

Die Uraufführung, die ohne Belehrung, Pathos oder Betroffenheitskalkül auskam, wurde im ausverkauften Saal des Ulmer Kunstvereins minutenlang mit Standing-Ovations gefeiert.

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Südwestpresse vom 5.10.2021

Vom Glück des Überlebens

Schauspiel Ein Riesenerfolg für Wolfgang Schukrafts Theaterstück „Ich bin Traute Mainzer“ im Kunstverein Ulm - mit einer fesselnden Celia Endlicher in der Titelrolle.
Von Christa Kanand


Sie wurde als Jüdin von den Nazis verfolgt, versteckte sich in Amsterdam, überlebte das KZ Bergen-Belsen. Filmreif ist Gertrud Mainzers außergewöhnliches Schicksal, ein politisches und historisches Zeitzeugnis, das menschlich bewegend vom Glück des Überlebens zählt.

Wolfgang Schukraft, der ehemalige Leiter der Theaterei Herrlingen, hat auf Anregung von Klaus Grosspeter das Leben der 1914 in Frankfurt geborenen Gertrud, genannt „Traute“, Mainzer zu einem Theaterstück verarbeitet. Aus den noch nicht veröffentlichten persönlichen Lebenserinnerungen der 2010 mit 96 Jahren Verstorbenen entstand der dokumentarische Zweiakter „Ich bin Traute Mainzer“ - ein Beitrag zum aktuellen Jubiläumsjahr 700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Jetzt war Premiere im Kunstverein Ulm.
Was den Rückblick auf das Leben von Mainzer, gespielt von Celia Endlicher, auszeichnet: Die Biografie und das Stück stellen nicht die Schrecken der Lager in den Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis, dass das Erlebte Mainzer an ihrem Sehnsuchtsziel New York - nach ihrem dortigen Jurastudium im hohen Alter - zu einer richtungweisenden Familienrichterin werden ließ.

Mainzer schrieb in Amerika Rechtsgeschichte, sie kämpfte für die Schwachen, verstand deren Situation. „Ich kannte Armut, Hunger, Krankheit. Ich war fünf Jahre von meinem Mann getrennt. Ich musste meine Kinder für zweieinhalb Jahre abgeben.“
Sie und die Kinder erlebten im Februar 1945 die Befreiung durch die französischen Soldaten im Rotkreuz-Lager Biberach. Wie durch ein Wunder wurde die ganze Familie 1946 auf Kuba wieder vereint. Mainzers zentrales Anliegen: die Freiheit.

Gelungene Inszenierung
Die Produktion von „Schukrafts Wundertüte“ ist sehr sehenswert - auch für ältere Schülerinnen und Schüler. Fesselnd, glaubwürdig, im Blickkontakt mit dem atemlos lauschenden Publikum verkörpert die 40-jährige Celia Endlicher, die jahrelang in der Theaterei spielte, die Titelrolle. Im klassischen Hosenanzug zwischen rotem Sitzkubus und Stühlen unter weißen Tuchbahnen (Ausstattung: Jörg Stroh-Schnell) heißt es bei Endlichers plastischen Monologen, bisweilen auch zum Lachen, quasi: Film ab für das innere Auge der Zuhörer.
In Schukrafts gelungener Inszenierung sorgt Gudrun Roth mit Einsprengseln auf dem Cello für meditative Zäsuren. Ergänzend kommt Mainzers Vater Hugo Sinzheimer (Wolfgang Schukraft), ein Rechtswissenschaftler und sozialdemokratischer Politiker, der den Ehrentitel „Vater des Arbeitsrechts“ trägt, bei Reden 1917 und 1937 in projizierten Schwarz-Weiß-Video-Einblendungen (Enno Endlicher) zu Wort. Zu Ausschnitten von Beethovens Leonoren-Ouvertüre resümiert Traute am Ende: „Und man weiß, dass nun alle Angst, alle Willkür zu Ende ist. Hören Sie? So klingt Freiheit.“ Und auf der Wand ein großes Schwarz-Weiß-Foto aus Kriegszeiten: Traute Mainzer mit Tochter und Sohn.

Die Uraufführung, die ohne Belehrung, Pathos oder Betroffenheitskalkül auskam, wurde im ausverkauften Saal des Ulmer Kunstvereins minutenlang mit Standing-Ovations gefeiert.

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Südwestpresse vom 5.10.2021

Vom Glück des Überlebens

Schauspiel Ein Riesenerfolg für Wolfgang Schukrafts Theaterstück „Ich bin Traute Mainzer“ im Kunstverein Ulm - mit einer fesselnden Celia Endlicher in der Titelrolle.
Von Christa Kanand


Sie wurde als Jüdin von den Nazis verfolgt, versteckte sich in Amsterdam, überlebte das KZ Bergen-Belsen. Filmreif ist Gertrud Mainzers außergewöhnliches Schicksal, ein politisches und historisches Zeitzeugnis, das menschlich bewegend vom Glück des Überlebens zählt.

Wolfgang Schukraft, der ehemalige Leiter der Theaterei Herrlingen, hat auf Anregung von Klaus Grosspeter das Leben der 1914 in Frankfurt geborenen Gertrud, genannt „Traute“, Mainzer zu einem Theaterstück verarbeitet. Aus den noch nicht veröffentlichten persönlichen Lebenserinnerungen der 2010 mit 96 Jahren Verstorbenen entstand der dokumentarische Zweiakter „Ich bin Traute Mainzer“ - ein Beitrag zum aktuellen Jubiläumsjahr 700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Jetzt war Premiere im Kunstverein Ulm.
Was den Rückblick auf das Leben von Mainzer, gespielt von Celia Endlicher, auszeichnet: Die Biografie und das Stück stellen nicht die Schrecken der Lager in den Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis, dass das Erlebte Mainzer an ihrem Sehnsuchtsziel New York - nach ihrem dortigen Jurastudium im hohen Alter - zu einer richtungweisenden Familienrichterin werden ließ.

Mainzer schrieb in Amerika Rechtsgeschichte, sie kämpfte für die Schwachen, verstand deren Situation. „Ich kannte Armut, Hunger, Krankheit. Ich war fünf Jahre von meinem Mann getrennt. Ich musste meine Kinder für zweieinhalb Jahre abgeben.“
Sie und die Kinder erlebten im Februar 1945 die Befreiung durch die französischen Soldaten im Rotkreuz-Lager Biberach. Wie durch ein Wunder wurde die ganze Familie 1946 auf Kuba wieder vereint. Mainzers zentrales Anliegen: die Freiheit.

Gelungene Inszenierung
Die Produktion von „Schukrafts Wundertüte“ ist sehr sehenswert - auch für ältere Schülerinnen und Schüler. Fesselnd, glaubwürdig, im Blickkontakt mit dem atemlos lauschenden Publikum verkörpert die 40-jährige Celia Endlicher, die jahrelang in der Theaterei spielte, die Titelrolle. Im klassischen Hosenanzug zwischen rotem Sitzkubus und Stühlen unter weißen Tuchbahnen (Ausstattung: Jörg Stroh-Schnell) heißt es bei Endlichers plastischen Monologen, bisweilen auch zum Lachen, quasi: Film ab für das innere Auge der Zuhörer.
In Schukrafts gelungener Inszenierung sorgt Gudrun Roth mit Einsprengseln auf dem Cello für meditative Zäsuren. Ergänzend kommt Mainzers Vater Hugo Sinzheimer (Wolfgang Schukraft), ein Rechtswissenschaftler und sozialdemokratischer Politiker, der den Ehrentitel „Vater des Arbeitsrechts“ trägt, bei Reden 1917 und 1937 in projizierten Schwarz-Weiß-Video-Einblendungen (Enno Endlicher) zu Wort. Zu Ausschnitten von Beethovens Leonoren-Ouvertüre resümiert Traute am Ende: „Und man weiß, dass nun alle Angst, alle Willkür zu Ende ist. Hören Sie? So klingt Freiheit.“ Und auf der Wand ein großes Schwarz-Weiß-Foto aus Kriegszeiten: Traute Mainzer mit Tochter und Sohn.

Die Uraufführung, die ohne Belehrung, Pathos oder Betroffenheitskalkül auskam, wurde im ausverkauften Saal des Ulmer Kunstvereins minutenlang mit Standing-Ovations gefeiert.

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Südwestpresse vom 5.10.2021

Vom Glück des Überlebens

Schauspiel Ein Riesenerfolg für Wolfgang Schukrafts Theaterstück „Ich bin Traute Mainzer“ im Kunstverein Ulm - mit einer fesselnden Celia Endlicher in der Titelrolle.
Von Christa Kanand


Sie wurde als Jüdin von den Nazis verfolgt, versteckte sich in Amsterdam, überlebte das KZ Bergen-Belsen. Filmreif ist Gertrud Mainzers außergewöhnliches Schicksal, ein politisches und historisches Zeitzeugnis, das menschlich bewegend vom Glück des Überlebens zählt.

Wolfgang Schukraft, der ehemalige Leiter der Theaterei Herrlingen, hat auf Anregung von Klaus Grosspeter das Leben der 1914 in Frankfurt geborenen Gertrud, genannt „Traute“, Mainzer zu einem Theaterstück verarbeitet. Aus den noch nicht veröffentlichten persönlichen Lebenserinnerungen der 2010 mit 96 Jahren Verstorbenen entstand der dokumentarische Zweiakter „Ich bin Traute Mainzer“ - ein Beitrag zum aktuellen Jubiläumsjahr 700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Jetzt war Premiere im Kunstverein Ulm.
Was den Rückblick auf das Leben von Mainzer, gespielt von Celia Endlicher, auszeichnet: Die Biografie und das Stück stellen nicht die Schrecken der Lager in den Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis, dass das Erlebte Mainzer an ihrem Sehnsuchtsziel New York - nach ihrem dortigen Jurastudium im hohen Alter - zu einer richtungweisenden Familienrichterin werden ließ.

Mainzer schrieb in Amerika Rechtsgeschichte, sie kämpfte für die Schwachen, verstand deren Situation. „Ich kannte Armut, Hunger, Krankheit. Ich war fünf Jahre von meinem Mann getrennt. Ich musste meine Kinder für zweieinhalb Jahre abgeben.“
Sie und die Kinder erlebten im Februar 1945 die Befreiung durch die französischen Soldaten im Rotkreuz-Lager Biberach. Wie durch ein Wunder wurde die ganze Familie 1946 auf Kuba wieder vereint. Mainzers zentrales Anliegen: die Freiheit.

Gelungene Inszenierung
Die Produktion von „Schukrafts Wundertüte“ ist sehr sehenswert - auch für ältere Schülerinnen und Schüler. Fesselnd, glaubwürdig, im Blickkontakt mit dem atemlos lauschenden Publikum verkörpert die 40-jährige Celia Endlicher, die jahrelang in der Theaterei spielte, die Titelrolle. Im klassischen Hosenanzug zwischen rotem Sitzkubus und Stühlen unter weißen Tuchbahnen (Ausstattung: Jörg Stroh-Schnell) heißt es bei Endlichers plastischen Monologen, bisweilen auch zum Lachen, quasi: Film ab für das innere Auge der Zuhörer.
In Schukrafts gelungener Inszenierung sorgt Gudrun Roth mit Einsprengseln auf dem Cello für meditative Zäsuren. Ergänzend kommt Mainzers Vater Hugo Sinzheimer (Wolfgang Schukraft), ein Rechtswissenschaftler und sozialdemokratischer Politiker, der den Ehrentitel „Vater des Arbeitsrechts“ trägt, bei Reden 1917 und 1937 in projizierten Schwarz-Weiß-Video-Einblendungen (Enno Endlicher) zu Wort. Zu Ausschnitten von Beethovens Leonoren-Ouvertüre resümiert Traute am Ende: „Und man weiß, dass nun alle Angst, alle Willkür zu Ende ist. Hören Sie? So klingt Freiheit.“ Und auf der Wand ein großes Schwarz-Weiß-Foto aus Kriegszeiten: Traute Mainzer mit Tochter und Sohn.

Die Uraufführung, die ohne Belehrung, Pathos oder Betroffenheitskalkül auskam, wurde im ausverkauften Saal des Ulmer Kunstvereins minutenlang mit Standing-Ovations gefeiert.

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Südwestpresse vom 5.10.2021

Vom Glück des Überlebens

Schauspiel Ein Riesenerfolg für Wolfgang Schukrafts Theaterstück „Ich bin Traute Mainzer“ im Kunstverein Ulm - mit einer fesselnden Celia Endlicher in der Titelrolle.
Von Christa Kanand


Sie wurde als Jüdin von den Nazis verfolgt, versteckte sich in Amsterdam, überlebte das KZ Bergen-Belsen. Filmreif ist Gertrud Mainzers außergewöhnliches Schicksal, ein politisches und historisches Zeitzeugnis, das menschlich bewegend vom Glück des Überlebens zählt.

Wolfgang Schukraft, der ehemalige Leiter der Theaterei Herrlingen, hat auf Anregung von Klaus Grosspeter das Leben der 1914 in Frankfurt geborenen Gertrud, genannt „Traute“, Mainzer zu einem Theaterstück verarbeitet. Aus den noch nicht veröffentlichten persönlichen Lebenserinnerungen der 2010 mit 96 Jahren Verstorbenen entstand der dokumentarische Zweiakter „Ich bin Traute Mainzer“ - ein Beitrag zum aktuellen Jubiläumsjahr 700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Jetzt war Premiere im Kunstverein Ulm.
Was den Rückblick auf das Leben von Mainzer, gespielt von Celia Endlicher, auszeichnet: Die Biografie und das Stück stellen nicht die Schrecken der Lager in den Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis, dass das Erlebte Mainzer an ihrem Sehnsuchtsziel New York - nach ihrem dortigen Jurastudium im hohen Alter - zu einer richtungweisenden Familienrichterin werden ließ.

Mainzer schrieb in Amerika Rechtsgeschichte, sie kämpfte für die Schwachen, verstand deren Situation. „Ich kannte Armut, Hunger, Krankheit. Ich war fünf Jahre von meinem Mann getrennt. Ich musste meine Kinder für zweieinhalb Jahre abgeben.“
Sie und die Kinder erlebten im Februar 1945 die Befreiung durch die französischen Soldaten im Rotkreuz-Lager Biberach. Wie durch ein Wunder wurde die ganze Familie 1946 auf Kuba wieder vereint. Mainzers zentrales Anliegen: die Freiheit.

Gelungene Inszenierung
Die Produktion von „Schukrafts Wundertüte“ ist sehr sehenswert - auch für ältere Schülerinnen und Schüler. Fesselnd, glaubwürdig, im Blickkontakt mit dem atemlos lauschenden Publikum verkörpert die 40-jährige Celia Endlicher, die jahrelang in der Theaterei spielte, die Titelrolle. Im klassischen Hosenanzug zwischen rotem Sitzkubus und Stühlen unter weißen Tuchbahnen (Ausstattung: Jörg Stroh-Schnell) heißt es bei Endlichers plastischen Monologen, bisweilen auch zum Lachen, quasi: Film ab für das innere Auge der Zuhörer.
In Schukrafts gelungener Inszenierung sorgt Gudrun Roth mit Einsprengseln auf dem Cello für meditative Zäsuren. Ergänzend kommt Mainzers Vater Hugo Sinzheimer (Wolfgang Schukraft), ein Rechtswissenschaftler und sozialdemokratischer Politiker, der den Ehrentitel „Vater des Arbeitsrechts“ trägt, bei Reden 1917 und 1937 in projizierten Schwarz-Weiß-Video-Einblendungen (Enno Endlicher) zu Wort. Zu Ausschnitten von Beethovens Leonoren-Ouvertüre resümiert Traute am Ende: „Und man weiß, dass nun alle Angst, alle Willkür zu Ende ist. Hören Sie? So klingt Freiheit.“ Und auf der Wand ein großes Schwarz-Weiß-Foto aus Kriegszeiten: Traute Mainzer mit Tochter und Sohn.

Die Uraufführung, die ohne Belehrung, Pathos oder Betroffenheitskalkül auskam, wurde im ausverkauften Saal des Ulmer Kunstvereins minutenlang mit Standing-Ovations gefeiert.

Dokumentarisches Spiel von Wolfgang Schukraft. Aufführungen im Kunstverein Ulm. Premiere 1. Oktober 2021

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